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Medi-
zinisches Umfeld

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In der Schweiz werden die meisten Menschen mit „transgender Gedanken” mit einen „affirmativen Ansatz” behandelt, obwohl andere Methoden noch nicht verboten sind.

Der affirmative Ansatz hinterfragt die eigenen „transgender Gedanken” einer Person nicht. Er behandelt diese Identität als real, indem er die Illusion der Person bestätigt. Dies führt oft zu einer oder mehreren der folgenden Interventionen:

1. Soziale Transition — Die Person nimmt im Alltag, in der Schule oder bei der Arbeit einen anderen Namen und andere Pronomen an. Auch die Kleidung oder das äussere Auftreten können sich dabei ändern.

2. Pubertätsblocker — GnRH-Agonisten werden verabreicht, um die Freisetzung von Sexualhormonen zu unterdrücken und die körperliche Entwicklung der Pubertät zu unterbrechen (z. B. Brustentwicklung, Stimmbruch, Körperbehaarung, Menstruation).

3. Gegengeschlechtliche Hormone — Östrogen oder Testosteron wird verabreicht, um körperliche Veränderungen entsprechend dem gewünschten Geschlecht herbeizuführen, wie Brustwachstum, Fettumverteilung und Hauterweichung (Östrogen) oder Stimmvertiefung, Gesichts–/Körperbehaarungswachstum und Zunahme der Muskelmasse (Testosteron).

4. Operationen — Eingriffe können Brust-/Brustoperationen (Mastektomie oder Augmentation), Genitaloperationen (z. B. Vaginoplastik, Phalloplastik, Metoidioplastik, Orchiektomie, Hysterektomie) und manchmal Gesichts- oder Stimmoperationen umfassen.

 

Von der Selbstidentifizierung zu medizinischen Interventionen

 

Menschen, die behaupten, an „Geschlechtsinkongruenz“ zu leiden, dem Begriff, der heutzutage „Geschlechtsdysphorie“ ersetzt, können in den meisten Krankenhäusern der Schweiz behandelt werden, um ihre Körper kosmetisch so zu verändern, dass sie dem anderen Geschlecht ähneln. Die Diagnose, die hormonelle und chirurgische Behandlungen ermöglicht, wird einfach auf der Grundlage der Selbstauskunft der Gefühle des Patienten gestellt. Dies reduziert die psychotherapeutische Behandlung auf eine Form des Coachings, bei dem vom „Coach“ erwartet wird, „Toleranz und Fortschritt“ zu fördern und sich dabei ausschließlich auf die transgender Gedanken des Kindes oder Jugendlichen zu konzentrieren (Unzufriedenheit oder Unbehagen mit dem eigenen geschlechtlichen Körper und/oder Geschlechterstereotypen). Andere mögliche Gründe für ihr vorübergehendes Unbehagen oder ihre Selbstzweifel werden nicht untersucht.

 

Die internationale Situation

 

Im Jahr 2020 kündigte Finnland nach einer systematischen Evidenz Überprüfung an, die affirmative Versorgung“ für Minderjährige einzuschränken. Im Jahr 2022 folgte Schweden nach einem öffentlichen Aufschrei in den Medien und einer systematischen Überprüfung der Evidenz. Seitdem haben verschiedene Länder die affirmative Versorgung“ für Minderjährige verboten oder eingeschränkt, darunter Norwegen, Dänemark und einige US-Bundesstaaten.


Im Vereinigten Königreich versprach der Hilary Cass Review einen unvoreingenommenen und unabhängigen Bericht, lieferte diesen jedoch nicht. Heute können britische Kinder weiterhin Pubertätsblocker erhalten, wenn sie an klinischen Studien teilnehmen.

Risiken von Pubertätsblockern für Gehirn und Körper

 

Pubertätsblocker, die bei Jugendlichen off-label eingesetzt werden, wurden verschrieben, um Zeit für die Erkundung des eigenen „Geschlechts“ zu gewinnen, doch die meisten, die damit beginnen, gehen stattdessen zu geschlechtsangleichenden Hormonen über. Es gibt keine Belege für einen Nutzen; keine Studien zeigen eine Verbesserung der „transgender Gedanken”, und die angenommene Reversibilität ist fraglich. Die Risiken sind erheblich und schlecht erforscht, einschliesslich potenzieller Störungen der Gehirnentwicklung, verminderter psychologischer Funktionsfähigkeit, geringerer Knochendichte und Genitalatrophie, die zu permanenter sexueller Dysfunktion führen kann. Während die Sorge um Suizid einige Ärzte dazu veranlasst hat, Blocker zu verschreiben, gibt es Evidenz, dass das Suizidrisiko dieser Jugendlichen ähnlich ist wie bei anderen Jugendlichen mit vergleichbaren psychischen Gesundheitsproblemen, und stützen nicht die Idee, dass „geschlechtsbejahende“ Behandlung dieses Risiko senkt. „Geschlechtsangleichende” Hormone selbst bergen schwerwiegende langfristige Risiken und sind weiterhin unzureichend erforscht.

 

Informierte Einwilligung junger Patienten?

 

Der Hilary Cass Review kritisiert auch medizinische Behandlungen, bei denen der das eigene Geschlecht ablehnende Ansatz gefördert wird. Kontrovers diskutiert wird die Abgabe von Pubertätsblockern, um die im Teenageralter auftretende vermehrte Produktion von Sexualhormonen zu verlangsamen, die für psychosexuelle und andere Entwicklungsprozesse essentiell ist. Ursprünglich verschrieb man Pubertätsblocker in der Hoffnung, dem Teenager mehr Zeit für eine Entscheidungsfindung zu verschaffen, ohne dass sich sein Körper in eine bestimmte – eventuell uerwünschte – Richtung entwickelt. Aber „Pubertätsblocker verschaffen keine Zeit zum Nachdenken (…). Die überwiegende Mehrheit derjenigen, die mit der Unterdrückung der Pubertät beginnen, setzt die Behandlung fort, indem sie geschlechtsübergreifend maskulinisierende/feminisierende Hormone einnehmen.“ (Cass Review, 2024, S. 176). Die Ergebnisse dieser Behandlung sind fragwürdig und bergen auch Risiken. Erstens berichteten die Studien über keine Verbesserung der Geschlechtsdysphorie vor oder nach der Pubertätsunterdrückung. Zweitens „betonen die meisten Richtlinien die vollständige Reversibilität als Rechtfertigung für ihre Verwendung“ (Cass Review, 2024, S. 174). Im Bericht heisst es des weiteren, dass „die Blockierung der Freisetzung von Sexualhormonen eine Reihe von unbeabsichtigten und noch nicht identifizierten Folgen haben könnte. (…) Die Reifung des Gehirns kann vorübergehend oder dauerhaft gestört werden“ (Cass Review, 2024, S. 178), und „auch die psychische Funktion kann reduziert sein“ (Cass Review, 2024, S. 179). Darüber hinaus „fanden Studien heraus, dass die Knochendichte beeinträchtigt wird“ (Cass Review, 2024, S. 178). Pubertätsblocker verursachen auch eine Atrophie der Genitalien, die in einem kindlichen Stadium verbleiben. Dies könnte zu teilweise bleibenden genitalen und sexuellen Funktionsstörungen führen.

 

„Für mehrere Fachkräfte war ein Grund für die Pubertätsunterdrückung die Angst vor erhöhter Suizidalität bei unbehandelten Jugendlichen mit Geschlechtsdysphorie“ (Cass Review, 2024, S. 174). Darüber hinaus „ist es allgemein anerkannt, dass Kinder und Jugendliche mit Geschlechtsdysphorie ein erhöhtes Suizidrisiko haben, aber das Suizidrisiko scheint vergleichbar zu sein mit dem bei anderen jungen Menschen mit einem ähnlichen Spektrum an psychischen und psychosozialen Problemen.“ (Cass Review, 2024, S. 186). „Die Beweise unterstützen (…) die Behauptung nicht, dass eine geschlechtsangleichende Behandlung das Suizidrisiko verringert“ (Cass Review, 2024, S. 187). „Zudem ist der Tod durch Suizid bei Kindern und Jugendlichen im Vergleich zum Suizid bei Erwachsenen glücklicherweise ein relativ seltenes Ereignis“ (Cass Review, 2024, S. 95).

 

Die Einnahme von maskulinisierenden/feminisierenden Hormonen „ist nicht ohne langfristige Probleme und Nebenwirkungen“ (Cass Review, 2024, S. 182). Jedoch räumt der Bericht ein, dass „es an qualitativ hochwertiger Forschung mangelt, die die Ergebnisse von Hormoninterventionen bei Jugendlichen bewertet“ (Cass Review, 2024, S. 184).

 

Einverständniserklärung der jungen Patientin/des jungen Patienten?

 

Der „gender-affirming“-Ansatz basiert auf dem Prinzip der „informierten Einwilligung“. Der Hilary Cass Review stellt jedoch fest, dass die Einwilligungserklärung eine grosse Herausforderung darstellt. „Die grosse Anzahl von Unbekannten in Bezug auf das Risiko-Nutzen-Verhältnis (…) und der Mangel an Informationen, die den PatientInnen helfen, Entscheidungen zu treffen, stellen ein grosses Problem bei der Erlangung einer Einwilligungserklärung dar“ (Cass Review, 2024, S. 196). Die Überprüfung unterstreicht die Verantwortung der „ÄrztInnen (…) für alle Verschreibungen, die sie ausstellen und für ihre Entscheidungen und Handlungen bei der Abgabe oder Verabreichung von Arzneimitteln. Dies könnte (…) für alle Ratschläge gelten, die von der sozialen Transition bis hin zu Hormonbehandlungen reichen“ (Cass Review, 2024, S. 193).

 

Soziale Transition: eine aktive Intervention

 

Die „soziale Transition“, die bedeutet, als „das andere Geschlecht“ zu leben und eine Namensänderung und/oder die Verwendung verschiedener Pronomen beinhaltet, ist „eine aktive Intervention, weil sie erhebliche Auswirkungen haben kann (…) in Bezug auf die psychologische Funktion des Patienten und die längerfristigen Ergebnisse“ (Cass Review, 2024, S. 158). Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass „man nach wie vor wenig über die Auswirkungen der sozialen Transition weiss, und dass es keine eindeutigen Beweise dafür gibt, dass die soziale Transition in der Kindheit positive oder negative Auswirkungen auf die psychische Gesundheit hat“, und fügt hinzu, dass „die Mehrheit der Kinder, die eine soziale Transition durchlaufen hatten, zu medizinischen Eingriffen übergingen“ (Cass Review, 2024, S. 162).

 

Die Mehrheit der „Detransitioner“ sind Frauen

 

Der Bericht räumt ein, dass es keine zuverlässige Möglichkeit gibt, genau vorherzusagen, welche jungen Menschen von einem medizinischen Eingriff profitieren könnten und welche von alternativen Wegen profitieren würden. Es gibt zahlreiche Menschen, die es bereuen, sich einer medizinischen oder chirurgischen Behandlung unterzogen zu haben und wieder unter ihrem biologischen Geschlecht leben möchten. Dieser Prozess wird manchmal als „Detransition“ oder „Desisting“ bezeichnet. „Schätzungen des Prozentsatzes von Personen, die (…) Reue empfinden oder den Transitionsprozess rückgängig machen, sind schwer zu bestimmen“ (Cass Review, 2024, S. 188). Bemerkenswert ist, dass die Mehrheit der Detransitioner weiblich ist. Dies zeigt, dass die meisten Mädchen und jungen Frauen, die sich an „Gender-Kliniken“ wenden, keinen medizinischen Weg einschlagen sollten. In der Schweiz sind mindestens vier promiente Fälle von Detransitionen publik geworden: Lyo Kessler und Janick in der Romandie sowie Chris (Nadia) Brönnimann und Meli in der Deutschschweiz.

 

Verstümmelung in sehr jungen Jahren

 

Wir wissen nicht, wie viele Jugendliche in der Schweiz Pubertätsblocker oder maskulinisierende/feminisierende Hormone einnehmen, was im Zeitalter der digitalen Medien durchaus überraschend ist. Die einzigen offiziell existierenden Daten beziehen sich auf irreversible „geschlechtsspezifische“ Operationen, wie z. B. elektive Mastektomien (die chirurgische Amputation gesunder Brüste). Diese Amputation wird auch bei Minderjährigen durchgeführt – 10 Mädchen unter 15 Jahren wurden zwischen 2018 und 2021 einer elektiven doppelten Mastektomie unterzogen! Im Jahr 2023 waren 32 Mädchen unter 18 Jahren betroffen, mindestens eines unter 15 Jahren. Die Zahl der Frauen unter 25 Jahren, die sich einer Mastektomie unterziehen, wächst seit 2016 mit alarmierender Geschwindigkeit. Auch junge Erwachsene beiderlei Geschlechts unterziehen sich in immer grösserer Zahl irreversiblen experimentellen Genitalamputationen/plastischen Rekonstruktionen. (Bundesamt für Statistik).

 

Der Hilary Cass Review stellt fest, ebenso wie viele Spezialisten für Gehirnentwicklung, dass „die Reifung der Gehirnentwicklung bis in die Mitte der 20er Jahre andauert. (…) Die Prioritäten und Erfahrungen in dieser Zeit werden sich wahrscheinlich ändern“ (Cass Review, 2024, S. 193). „Viele MedizinerInnen (…) sind nicht in der Lage, zuverlässig vorherzusagen, welche Kinder/Jugendlichen von einer medizinischen Intervention profitieren werden und welche es bereuen oder zu einem späteren Zeitpunkt abbrechen könnten“ (Cass Review, 2024, S. 194).

 

Seit der Veröffentlichung des Cass Review ist WPATH durch US-Gerichtsverfahren diskreditiert, die belastende interne Dokumentationen enthüllten. Medizinische Fachkräfte, Whistleblower, Detransitioners und Eltern begannen eine erfolgreiche Kampagne, um die Gefahren hinter der „geschlechtsspezifischen Versorgung“ für Minderjährige aufzudecken. Das US-Gesundheitsministerium hat einen ausgezeichneten Bericht über die aktuelle Situation auf der ganzen Welt erstellt.

 

In der Schweiz hat die Nationale Ethikkommission unter Missachtung der Erkenntnisse des Cass-Reviews Ende 2024 ein „genderaffirmatives“ Positionspapier zu Behandlung von Minderjährigen veröffentlicht. Die deutsche AWMF hat 2025 neue „genderbejahende“ Richtlinien für Minderjährige veröffentlicht, die in der Schweiz als Referenz dienen. Im Juli 2025 führte das Zürcher Gesundheitsdepartement auf Druck von Eltern eine Studie und eine gerichtliche Überprüfung durch und forderte den Bund auf, „geschlechtsspezifische“ Operationen für Minderjährige zu verbieten und bei der Verschreibung von Pubertätsblockern eine Nachsorge und Forschung vorzuschreiben.

 

Femina Helvetica fordert die öffentliche Hand auf, sich mit diesem drängenden Thema auseinanderzusetzen. Wir fordern, dass Medizinerinnen und Mediziner jungen Menschen, die sich an „Gender-Kliniken“ wenden, einen ganzheitlichen Ansatz bieten und Daten, Forschungs- und Folgestudien zu diesen Patientinnen und Patienten sammeln und veröffentlichen.

 

Femina Helvetica erwartet von Medizinerinnen und Mediziner, dass sie nach dem Vorsorgeprinzip „Primum non nocere“ (Als erstes keinen Schaden anrichten) handeln. Wir sind für eine evidenzbasierte Medizin, die dem individuellen Menschen dient. Femina Helvetica ist dagegen, Mädchen und Jungen einzureden, sie seien „im falschen Körper geboren“. Wir sind gegen die Instrumentalisierung und Pathologisierung von Menschen und gegen die Sterilisation, medizinische Experimente und die Verstümmelung von Kindern und Jugendlichen, die über ihren geschlechtlichen Körper verwirrt sind.

 

 

Links zu unterstützenden Dokumenten zu diesem Thema.

    1. Anzahl der rechtlichen Geschlechtsänderungen im Schweizer Zivilstandsregister in den Jahren 2022–2024
      https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/bevoelkerung/stand-entwicklung/geschlecht.assetdetail.35687820.html

    2. Hilary Cass Review, 2024
      https://webarchive.nationalarchives.gov.uk/ukgwa/20250310143642/https://cass.independent-review.uk/

    3. RTS-Artikel über den starken Anstieg von Mädchen unter 18 Jahren in psychiatrischer Hospitalisierung, 2025
      https://www.rts.ch/info/suisse/2025/article/hausse-inquietante-des-rentes-ai-chez-les-jeunes-suisses-de-moins-de-25-ans-28857204.html

    4. Lyo Kessler auf dem Substack von Femelliste, Februar 2025
      https://www.youtube.com/watch?v=2SG3XE2kHA8

    5. Chris Brönimann auf swissinfo.ch, Dezember 2024
      https://www.swissinfo.ch/ger/identitaten/detrans-nadia-brönimann-schweizer-trans-frau-will-keine-frau-mehr-sein/88468150

    6. Bundesamt für Statistik, wonach die meisten Operationen Mädchen und junge Frauen betreffen, 2019–202
      https://www.bfs.admin.ch/news/fr/2023-0183

    7. Griffin et al., 2020, Sex and Gender Identity, a Re-evaluation of the evidence
      https://www.cambridge.org/core/journals/bjpsych-bulletin/article/sex-gender-and-gender-identity-a-reevaluation-of-the-evidence/76A3DC54F3BD91E8D631B93397698B1A

    8. Vandebusshe 2022, Bedarf und Unterstützung im Zusammenhang mit der Detransition
      https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33929297/

    9. Meli auf SRF, Januar 2024
      https://www.srf.ch/news/gesellschaft/transgender-trans-op-wie-aus-meli-andre-wurde-und-wieder-meli

    10. Janick Christen auf Femelliste
      https://youtu.be/wfZKXHZxMCE?feature=shared

    11. WPATH Files
      https://environmentalprogress.org/big-news/wpath-files

    12. Schweizer Verein AMQG-AUFG für Eltern von Kindern mit „Gender“-Problemen
      https://www.amqg.ch

 

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